Offshore-Arbeit
medizinische Eignungsuntersuchungen:
Warum Gesundheit der wichtigste Sicherheitsfaktor ist
Die Arbeit auf Offshore-Anlagen – ob in der Windenergie, Öl- und Gasförderung oder bei Service- und Wartungsarbeiten – gehört zu den physisch und psychisch anspruchsvollsten Tätigkeiten weltweit. Wochenlange Einsätze auf hoher See, extreme Wetterbedingungen, schweres Gerät und begrenzte medizinische Versorgung erfordern eine einwandfreie körperliche und mentale Fitness.
Deshalb sind medizinische Eignungsuntersuchungen (Offshore Medicals) ein zentraler Bestandteil jeder Offshore-Karriere.
Was ist eine Offshore-medizinische Untersuchung?
Die Offshore-Eignungsuntersuchung prüft, ob ein Arbeitnehmer die gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllt, um Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Einsatzfähigkeit während eines Offshore-Aufenthalts zu gewährleisten. In vielen Ländern – darunter Deutschland, die Niederlande, Norwegen oder Großbritannien – sind diese Untersuchungen gesetzlich oder betrieblich vorgeschrieben.
Typische Bestandteile:
- Allgemeiner Gesundheitscheck
- Herz-Kreislauf-Untersuchung
- Seh- und Hörtests
- Belastungstest
- Laborwerte (z. B. Blut, Urin)
- Kontrolle des Bewegungsapparates
- Psychische Belastbarkeit
Die Untersuchung endet mit einem medizinischen Eignungszertifikat, das meist 2 Jahre Gültigkeit besitzt.
Für wen gelten Offshore-Eignungsuntersuchungen?
Pflicht sind sie vor allem für:
- Servicetechniker an Offshore-Windparks
- Rigger, Kranführer, Schweißer, Monteure
- Rettungs- und Sicherheitskräfte
- Taucher
- Maritime Crews
- Bohr- und Produktionspersonal
Auch Mitarbeiter, die nur gelegentlich Offshore unterwegs sind, benötigen häufig ein gültiges Zertifikat.
Unterschiedliche Regelwerke (OEUK, Norwegen, Deutschland)
International haben sich vor allem diese Standards etabliert:
- britisches OEUK Medical (frühere Bezeichnung OGUK oder UKOOA)
- Deutsches Zertifikat nach AWMF Leitlinien
- Norwegisches oder Niederländisches Zertifikat
- Außereuropäische Standards, z.B. Qatar, Petronas, etc.
Die Zertifikate aus Großbritannien, Norwegen und den Niederlande werden gegenseitig anerkannt. Daher stellen wir neben der deutschen Bescheinigung standardmäßig auch die britische aus, die in ganz Europa akzeptiert wird.
Außereuropäische Zertifikate können oft nur im Einsatzland ausgestellt werden. Meist ist es aber möglich, die Untersuchungen bei uns durchzuführen und sie dann zur Beurteilung an den Einsatzort zu schicken.

Wie läuft die Terminvergabe ab?
In der Regel sind bei uns sehr zeitnahe Termine und eine schnelle Ausstellung der Bescheinigung möglich. Es ist aber immer möglich, dass noch wichtige Unterlagen fehlen oder bei der Untersuchung gesundheitliche Probleme auffallen, die zunächst abgeklärt werden müssen. Daher empfehlen wir den Termin spätestens einige Wochen vor dem geplanten Einsatz zu vereinbaren.
Benötigt werden in der Regel:
- Lichtbildausweis
- Impfstatus
- vorhandene Befunde / Medikationsliste
- Eine Kostenübernehmerklärung Ihres Arbeitgebers
Was passiert, wenn man durchfällt?
„Durchfallen“ bedeutet nicht zwangsläufig ein Berufsverbot.
Oft sind die Gründe für die Nichteignung nur temporär. Falls wir Sie für nicht geeignet halten besprechen wir mit Ihnen, welche Möglichkeiten Sie haben und wann es Sinn macht, die Untersuchung zu wiederholen.

Wie können Sie sich vorbereiten?
Praktische Tipps:
- ausreichend schlafen
- regelmäßige Bewegung
- Blutdruck kontrollieren
- Medikamente offen angeben
- bei Vorerkrankungen Befunde mitbringen
- Alkohol- und Nikotinkonsum reduzieren
- kein Drogenkonsum (auch wenn Cannabis in Deutschland inzwischen legal ist, muss für den Offshore-Einsatz sichergestellt sein, dass Sie nicht unter dem Einfluss von Drogen stehen.)
Je besser der Gesundheitszustand, desto höheres Sicherheits- und Einsatzpotenzial.
Fazit
Medizinische Eignungsuntersuchungen sind der Schlüssel zu Sicherheit, Gesundheitsschutz und Qualität in Offshore-Projekten.
Wer Offshore arbeiten will, benötigt:
- körperliche und psychische Fitness
- ein gültiges Eignungszertifikat
- regelmäßige Folgeuntersuchungen
Damit profitieren Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Projekte gleichermaßen.
